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ALEXA VON HUMBOLDT

ALEXA VON HUMBOLDT

Vorwort

Anlässlich des 250. Geburtstags Alexander von Humboldts verbeugt sich D2IGN VAN DIERSELHUIS mit diesem humanistisch geprägten Textwerk und einer darauf Bezug nehmenden Illustration vor einem der ersten und einem der wohl romantischsten Entdecker und „Verknüpfer“ von interagierenden Systemen.

Alexander von Humboldt war zweifelsohne ein großer Entdecker, ein begabter Biologe, ein fantastischer Chemiker, dazu ein Sprachgenie und sogar ein sicherlich talentierter Illustrator. Was aber war bei all dem die Essenz? Was war das alles Verbindende und somit sein wohl größtes Vermächtnis an uns? Eines, welches auch noch im Humboldt-Jahr 2019 eine tragende Rolle in unserer Existenz und darüber hinaus in ihrer Wahrnehmung und Einordnung durch uns spielt?

War es vielleicht die Tatsache, dass Alexander von Humboldt bereits lange vor Einstein Raum und Zeit einer gemeinsamen Beziehung bezichtigte? Oder sind es jene von ihm auf und nach seinen Reisen angefertigten, revolutionären Info-Graphics von bis dahin noch unbekannten Geographie-Klima-Zusammenhängen? Sind es vereinende bio-chemische Formeln oder doch eher die Tatsache, dass Leben und Werk bei ihm ein und dasselbe waren?

Auch,— jedoch in seiner Gänze unvorstellbar größer, sinnstiftender(!), all dies erst ermöglichend und ihn bis zum letzten Atemzug zum Schreiben seines Lebenswerkes „Kosmos“ motivierend, war etwas Anderes,— etwas, was tatsächlich alles veränderte:

Alexander von Humboldt erkannte den Kosmos als ein ausbalanciertes System mit Myriaden bauähnlichen und interagierenden Sub-Systemen.

Ohne es semantisch auszuformulieren, beschrieb Alexander von Humboldt bereits vor 250 Jahren(!), was wir heute in moderner Wissenschaft, Kunst und Philosophie Systemtheorie nennen.

Zeit seines Lebens suchte und fand er immer wieder neue Verbindungen zwischen den verschiedenen Betrachtungsweisen auf die und zwischen den von ihm erforschten Systemen.

Sein Vermächtnis ist nicht der, zugegeben, sehr imposante Inhalt seines Gesamtwerkes „Kosmos“, — es ist die elegante systhemtheoretische Sichtweise sowie sämtliche daraus resultierenden Schlussfolgerungen.

Er lernte für sich und für uns(!) vollkommen „Neu“ zu sehen und bewies somit zweifelsfrei als einer der Ersten in seinem Werk:

Alles was ist, hat und ist ein miteinander verbundenes System.

Er (er-)fand das „Web of life“.

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Mein Leben lang kommt es mir so vor, als bräuchte es grundsätzlich mehr Kraft, um gehört zu werden, als sich etwas Sinnvolles, eben auch für jene, die da so konsequent weghören, auszudenken…

Als ich am 29.02.1988, an einem fast sommerlichen Mittwoch (wie mir gerade wieder in den letzten Tagen echt nervtötend oft erzählt wird…), so wie wir alle, nicht vorbereitet und sicherlich eher gestresst diese Welt betrat, bewies ich wohl erstmals und ohne eigenes Dazutun,— das Verknüpfen von Systemen schien etwas zu sein, was mich fortan begleiten würde…

…protocol 102…full filled…protocol 241 running…do not abort…

Mit elf Jahren erzählte man mir das erste Mal, ich solle es nicht so grenzenlos mit dem Sport übertreiben. Zwar wäre ich ja schon auch irgendwie recht schnell, „wirklich gut“, aber das alles(?), wäre am Ende vielleicht zu viel für mich.

Ich versuchte zu erklären, dass es einen Punkt bei mir gebe, an dem mir nahezu jede Sportart von jetzt auf gleich viel leichter fiel. Sie begannen mir in diesen Momenten auf einmal unendlich viel Neues am selben Ort zu zeigen, wo ich vorher nichts anderes als bloß Spieler und ein Spielfeld gesehen hatte…

Es verlief immer gleich, wobei es besonders schnell bei Ballsportarten auftrat. Zuerst begegnete ich der jeweiligen Sportart (Basketball | Fußball | Tennis oder setzt iwas mit nem Ball ein…) indem ich erstens zielen lernte, zweitens für mein Team und mich rannte und indem ich mir drittens natürlich grob die Regeln erklären ließ.

Soweit so normal, und ein paar mal Ausprobieren später war ich dann auch meist recht schnell einigermaßen gut.

Wirklich gut“, wurde ich allerdings erst dann genannt, wenn ich begann, das Spiel nicht mehr alleine gegen den Gegner zu spielen. Erst wenn ich erkannte, wer jeweils in der jeweiligen Sportart neben meinem Team meine zusätzlichen und vor allem, meine unbesiegbaren Verbündeten waren, änderte sich alles.

Das Einzige, was nötig war, um sie zu erkennen, war zu sehen und zu erfühlen, in welchen Räumen das jeweilige Spiel stattfand, denn es ist gar nicht unbedingt nötig, schneller zu sein, wenn ich eine Abkürzung kenne.

Man muss nicht stärker sein, wenn man weiß, wo der vom Gegner kontrollierbare Raum endet. Gute Augen sind beim Zielen sicher klar von Vorteil, jedoch sobald ich erst die Räume verstanden habe, ist Sehstärke tatsächlich eher zweitrangig, weil ich überhaupt nicht sehen muss, wohin ich werfe, wenn ich weiß, wohin (Stephen Curry…!).

Wenn man beim Dribbeln eines Balles erst versteht, dass es einen (unsichtbaren) recht-eckigen Würfel gibt, der jeden Menschen seiner Form entsprechend umgibt, ist der Weg bereitet. Dieser Würfel bestimmt, von innen nach außen schwächer werdend, den Grad der Kontrolle über den Ball und über alle Bewegungsmöglichkeiten seines Dribblers.

(Er-)Finde ich erst alle begrenzt vorhandenen Möglichkeiten in diesem Würfel,— dann weiß ich, was passieren wird, sobald mein Gegner seine Bewegung auch nur beginnt.

Man weiß, wann es lohnt, den Ball zu erobern oder ob ein Gegner einen Ball überhaupt noch erreichen kann. Dieses 3-D Rechteck zieht sich nicht nur um jeden Menschen, sondern es gibt auf jedem Sportfeld (Egal welchem, und ja, auch wenn‘s ’ne Tischtennis- Platte oder ein Golfplatz ist…) zahlreiche von Ihnen, wobei jedes ganz harmonisch in das nächste übergeht.

Sobald ich all dies erst bei einer Sportart ausmachte und bewusst benutzte, war mir, als vibrierte plötzlich das ganze Spielfeld. Ich bewegte und handelte nicht mehr an meinem Gegner orientiert, sondern einzig nach den Gesetzen der Räume. Wie einer Karte, in einem und den Würfeln folgend, traf ich nicht nur besser, — meine Gegner verstanden nicht die Räume, es überhaupt erst zu verhindern,— ich hingegen sah und fühlte jeden einzelnen Raum, der es ermöglichte, sie aufzuhalten.

Es fühlte sich fantastisch an, war nicht mal anstrengend und zum ersten Mal zeigte sich mir die Verwandtschaft von Beobachten, Fühlen und Verstehen, doch mehr noch,— was hatte es mit dieser merkwürdigen Vibration auf sich?

Das alles wollte ich ihnen zeigen, ihnen erklären, aber…niemand hörte mir zu und wenn überhaupt, dann gab’s ein ach, — ja klar, kenne ich, und das stimmt natürlich, aber lass es jetzt bitte trotzdem, denn schließlich und „das war schon immer so“, geht’s im Leben einfach um wichtigere Dinge..

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Mit zwölf Jahren erzählte man mir das erste Mal, ich solle es nicht so grenzenlos mit dem Musikhören übertreiben. Ich würde mit meinen Headphones auf den Ohren doch noch die ganze Welt verpassen. Ich versuchte wieder zu erklären, dass es Momente bei mir gab, wo mir Musik unendlich viel mehr gab als bloße Ablenkung, — ganz im Gegenteil!

Es würde etwas in mir befreien, was sich danach wieder mit allem zu verbinden versuchte. Es war wie eine Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit. Normale Gegenstände und alltägliche Situationen…Sie alle ließen sich über die Musik vollkommen neu entdecken.

Schnell fragte ich mich, wieso Töne, die von außen kamen, eigentlich Trauer oder Freude, die doch bekanntlich von innen kommen, derart exakt beschreiben konnten. Wieso dazu eigentlich auch noch bei jedem Menschen auf die selbe Art?

Wieso fühlte ich bei manchen Liedern etwas, was ich vorher noch nie gefühlt hatte und doch wirkten diese Gefühle wie alte Bekannte, ja fast,— als wären es meine eigenen? Das konnte doch kein Zufall sein!

Offensichtlich hatte alles um uns herum eben auch eine musikalische, harmonisch-vibrierende Komponente, die alles beschreiben und miteinander verbinden konnte.

Das alles wollte ich ihnen zeigen, ihnen erklären, aber…niemand hörte mir zu und wenn überhaupt, dann gab’s ein ach, — ja klar, kenne ich, und das stimmt natürlich, aber lass es jetzt bitte trotzdem, denn schließlich und „das war schon immer so“, geht’s im Leben einfach um wichtigere Dinge…

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…protocol 241…full filled…protocol 277|78|79 running…do not abort…

Mit 13 1/2 Jahren erzählte man mir das erste Mal, ich solle es doch nicht so grenzenlos mit dem Zeichnen übertreiben, weil es dafür im „Wa(h)ren“ System des Lebens kaum Verwendung gäbe. Ich versuchte zu erklären, dass Zeichnen für mich viel mehr war als das Produkt, was es hervorbrachte. Denn so relativ wie meine anfänglichen Techniken auch waren, so waren es doch immer niemals weniger als ausgedehnte Suchen nach äußerer und innerer Wahrheit.

Wenn ich nächtelang illustrierte, war ich so viel mehr als bloß ich selbst. Mein Stift war Schöpfer über jeden der sieben Kontinente, Vater der Zeit und Mutter von allem, was war, was ist, und ebenso von allem, was auch nur vielleicht sein könnte.

Ich erschuf mit seiner Hilfe die Großen und die Kleinen, das Schöne und das Hässliche, die Lüge und die Wahrheit und suchte dabei ebenso das Chaos wie auch das Universal-Gültige. Mein Stift war für mich die Brücke, um die Welt, die ich sah, mit der meines inneren Ichs zu verknüpfen.

Es war also auch entsprechend irgendwann beim Zeichnen, als mir erstmals so etwas wie Momente von vorher „nie gespürter Klarheit“ begegneten.

Ich suchte dann nicht mehr weiter nach der perfekten Linie, — ich erforschte vielmehr die enormen Spannungsverhältnisse ihrer vibrierenden und ausdrucksstarken Umgebungen. Wenn ich Geometrie benutzte um mich auszudrücken, tat ich dies nicht um „modern(?)“ zu wirken, sondern ich benutzte sie ebenso wie die Mathematik mit dem Anspruch auf universal-gültige (Raum-)Erkenntnisse.

Meine Kunst versuchte dann nicht bloß Oberflächen der Natur in Perfektion nachzuahmen, sie war vielmehr wie eine Art Google auf der Suche nach ausgemachten oder auch nur vermuteten, darunter liegenden kosmischen Strukturen oder Systemen.

Wenn dann aber doch und das auch eher ausnahmsweise einmal etwas zumindest „gemeint“ Positives kam, dann redete man voller falschem Verständnis und wie eine Art Magie(?) beschreibend von so etwas wie:

“…man würde in meiner starken Linie und den zauberhaften Farbverläufen deutlich einen Künstler und seinen „Flow“ sehen…“

Nun ja,— also ganz sicher ist, dass ich nicht zaubern kann, noch ist mir jemals jemand namens Flow begegnet, der meine Gestaltung dazu auch noch „schöner“ macht,— ich würde mich ganz sicher erinnern.

Das hingegen, wo sie bei meiner Kunst wohl meinten, irgendeinen „Flow“ zu erkennen, war dabei nie mehr als bloß:

Das Verknüpfen von beobachteten oder einfach nur von vermuteten Systemen, die etwas miteinander zu tun oder auch gemein haben könnten.

Das alles wollte ich ihnen zeigen, ihnen erklären, aber…niemand hörte mir zu und wenn überhaupt, dann gab’s ein ach, — ja klar, kenne ich, und das stimmt natürlich, aber lass es jetzt bitte trotzdem, denn schließlich und „das war schon immer so“, geht’s im Leben einfach um wichtigere Dinge…

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Mit 14 erzählte man mir das erste Mal, ich solle es nicht so grenzenlos mit dem Betrachten von Wasserläufen, Wolken oder auch den Pusteblumensamen im Windspiel übertreiben, wo doch 500 m weiter in der City oder auch im Netz das „echte“ Leben toben würde…Auch hier versuchte ich erfolglos zu erklären, dass das Betrachten dieser Dinge mir oft mehr zeigte als die Dinge, welche da so auf den ersten Blick zu sehen waren.

Als ich dann irgendwann beim Spazieren mit meinem alten Hund Rufus an einem Bach pausierte (..das Laufen war einfach nicht mehr so seins wie früher…), passierte es dann eines Nachmittags ganz unangekündigt.

Die warme Sommerbrise, welche uns schon den ganzen Nachmittag gefolgt war, wie um einzig dazu da, den noch jungen Gerstenfeldern ein Gesicht zu zeichnen, machte sich am Rande des Flusslaufes bemerkbar. Sie griff nach ein paar vertrockneten Bach-Blüten und bildete für die Länge eines Schmetterlingskusses ein kleines Windröschen auf dem eher träge dahin fließenden Bächlein. In der Umgebung, wo die Elemente sich begegneten, schien das Wasser auf einmal zu vibrieren.

Hunderte feine Wasser-Tröpfchen, durchzogen von unzähligen bunten Lichtnadeln, begannen sich tanzend von der Oberfläche zu lösen und wurden, einem klar erkennbaren Muster folgend, nach oben gesogen.

Dann,— nur für einen Augenaufschlag, bildete sich, — klein und vibrierend ein durchsichtiges Wölkchen, welches allerdings fluchtartig nach seiner Entstehung, zusammen mit seiner lebensspendenden Brise wieder die Unsichtbarkeit vorzog.

Mir war, als hätte sich plötzlich alles verwandelt. Ich sah, fühlte und verstand in diesem Moment von jetzt auf gleich einfach alles völlig anders,— auf eine besondere Art und wie zum allerersten Mal.

Leicht vibrierend, in einer eleganten Harmonie voll perfekt ineinandergreifender Räume, Proportionen und Beziehungen. Etwas, was immer da war, sich aber vor uns Menschen geschickt hinter seiner permanenten Sichtbarkeit versteckt hält.

Rufus und ich guckten beide wie erstarrt ca. 10 Sekunden an den jetzt wieder ruhigen Ort des Geschehenen, bis er dann auf einmal laut, aufgeregt und wie in allerbesten Jugendjahren zu bellen begann.

Ich wusste nicht wirklich, was wir da gerade alles genau beobachtet hatten, aber etwas an dem Moment überwältigte mich sofort, — obwohl ich um die Kürze des Momentes wusste, fühlte er sich eher wie…ja,— wie Ewigkeit an.

Es war eine Ewigkeit, in der ich genügend Zeit hatte, es endlich unbezweifelbar zu erkennen,— in mir, um mich herum, — sie war einfach überall!

Eine sanfte, einfach alles durchdringende Vibration!

Das alles wollte ich ihnen zeigen, ihnen erklären, aber…niemand hörte mir zu und wenn überhaupt, dann gab’s ein ach, — ja klar, kenne ich, und das stimmt natürlich, aber lass es jetzt bitte trotzdem, denn schließlich und „das war schon immer so“, geht’s im Leben einfach um wichtigere Dinge…

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Mit 15 erarbeitete ich dann mit meinem Informatik-Lehrer am AvH-Gymnasium (Tausend Dank, dass Sie mir damals zugehört haben, Herr Campe, ohne Sie wäre das alles niemals möglich geworden!) über ein dreiviertel Jahr einen Algorithmus, der das Gehirn einer von mir illustrierten und anschließend mit Herrn Campe gebauten Messapparatur werden sollte.

Sie verknüpfte sämtliche Beobachtungen und Wahrnehmungen, die ich bisher gemacht hatte. Sie war am Ende tatsächlich in der Lage nachzuweisen, dass Wolken, Wasser, Wind und einige Tonfrequenzen durch ein bisher unbekanntes, energetisches sowie auch vibrierendes Netzwerk miteinander verbunden waren.

Unendlich stolz tauften wir unsere Entdeckung am Ende auf den Namen:

VibroWeb

Noch bis heute weiß ich, wie aufgeregt wir beide damals waren, da wir uns so sicher waren, dass diese Entdeckung der Menschheit vielleicht sogar eine neue Sicht auf sich selbst und ebenso auf das Universum schenken könnte.

Leider erinnere ich mich jedoch auch noch ebenso genau daran, dass, als wir unsere Ergebnisse per Express-Einschreiben sogar an die NASA sendeten, bereits Herr Campe etwas mutlos zu mir meinte:

„…mach dir aber bitte auch nix draus, wenn keiner antworten sollte, — am Ende wissen sie eh schon über das Phänomen Bescheid…“

Es kam dann leider auch fast genau so, allerdings irgendwie und gefühlt noch schlimmer…

Auf unser 27,99 EUR teures Express-Einschreiben in die USA antwortete niemand.

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…protocol 278|79…full filled…creating last savings…do not abort…

Mit 16 erzählte man mir das erste Mal, ich solle es nicht so grenzenlos mit meiner Empathie für all die leidenden Menschen auf dieser Welt übertreiben und doch nicht auch noch freiwillig nach Missständen im Netz Ausschau halten, denn es wäre ja schließlich mein Leben, was zähle.

Ich versuchte zu erklären, dass das Recherchieren sowie das Nachempfinden dieser Schicksale mir wohl mehr Wahrheit zeigen würde, als das irgendwelche, von der Meinung Ihren Geldgeber gefärbten Medien täten.

Ich durchsuchte also selber das Internet, bildete mir selber eine Meinung und auf diesem Weg sah ich dann schließlich selber die unglaublich furchtbaren Ausmaße der Katastrophe(n).

Bilder von zivilen Massenfluchten, Bilder von Kinder-Soldaten voller Hass und Angst in den Augen, Bilder von Menschen, die außer unaussprechlicher Armut einfach alles und jeden verloren haben. Menschen die fühlen, Menschen, die atmen, Menschen die träumen. Menschen eben,— allerdings neben der Postleitzahl mit einem weiteren entscheidenden Unterschied:

Tägliche und unverschuldete Todesängste!

Ängste die einfach alles,— und zwar jeden Gedanken, jede Handlung und jeden Glauben bestimmen. Kalt, stärker als die Hoffnung,— alles durchdringend, dunkel,— vibrierend.

Solche Ängste, die jedes feste Verständnis von Raum und Zeit komplett pulverisieren. Sekunden einer von solcher Angst erfüllten Zeit entsprechen wohl gefühlten Jahrhunderten einer zu meinem Glück wohl eher „satten“ und westlichen Existenz.

Das alles wollte ich ihnen zeigen, ihnen erklären, aber…niemand hörte mir zu und wenn überhaupt, dann gab’s ein ach, — ja klar, kenne ich, und das stimmt natürlich, aber lass es jetzt bitte trotzdem, denn schließlich und „das war schon immer so“, geht’s im Leben einfach um wichtigere Dinge…

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Mit 17 erzählte man mir das erste Mal, ich solle nicht so grenzenlos lieben, es würde schließlich noch so viel im Leben geben, was jetzt wichtiger für mich wäre. Ich versuchte zu erklären, dass mir mit der Liebe das erste Mal etwas begegnet war, was mir die Frage von Unendlichkeit ebenso stellte wie beantwortete. Mehr noch,— wie durch einen Spiegel zeigte sie mir, dazu beschützt durch und auf ewig verbunden mit der Seele des Anderen, mein innerstes und zerbrechlichstes Selbst.

Raum und Zeit spielten für diese Liebe ebenso wenig eine statische Rolle, wie dies bei ihrem grauenvollen Gegenteil der Fall war. Mir wurde schnell klar, ob es nun nackte Todesängste oder die warme Geborgenheit im Arm der Liebe war, — beide mussten, obwohl so unterschiedlich, doch gleichzeitig miteinander zumindest über die Eigenschaft Raum und Zeit relativieren zu können, verbunden sein.

Hatten denn nicht beide auch eine vibrierende Erscheinungs-Komponente, während sie all die Leben und gefühlten Zeiten auf unserem Erdball sekündlich relativierten?

Das alles wollte ich ihnen zeigen, ihnen erklären, aber…niemand hörte mir zu und wenn überhaupt, dann gab’s ein ach, — ja klar, kenne ich, und das stimmt natürlich, aber lass es jetzt bitte trotzdem, denn schließlich und „das war schon immer so“, geht’s im Leben einfach um wichtigere Dinge…

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…last savings…full filled…control call beyond last known horizon…get ready for take off…59…58…57….

Mit 18 justierte ich die Messapparatur dann mithilfe der chemischen Werte von Dopamin und Noradrenalin. Das sind die zwei Hormone, die körperintern produziert werden, wenn Organismen (Überraschung,— ja, Tiere empfinden tatsächlich und reagieren ebenso auf chemischer Basis…) lieben oder eben, wenn sie leiden. Sie war danach in der Lage, das vibrierende Netzwerk nahezu überall auf der Erde zu erkennen. Egal, ob zwischen Menschen oder Tieren, sogar zwischen einigen Gesteinen und Kristallen — sie zeigte es fast überall.

Es vibrierte harmonisch und mit der selben mysteriösen Frequenz. Ich sendete meine Ergebnisse also abermals der NASA und erhielt diesmal sogar eine Antwort. Man fände es „absolut amazing“, dass ich mir so viel Arbeit gemacht hätte, aber dass die Ergebnisse eben nicht überall und permanent nachweisbar und deswegen nicht weiter von Belang wären oder wie sie es ausdrückten:

Sorry little german scientist, your results do not work under pressure. Perhaps you’ll try something more simple.

Never mind,— we’ll also rock the big questions.“

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44…43…42…

Mit 19 erzählte man mir das erste Mal, ich solle nicht so endlos ABI machen und zugegeben,— ja, ja ok, — da war wohl auch was dran…[ ;

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39…38…37…

Mit 22 erzählte man mir dann an der Uni, niemand könne jemals eine Messapparatur zum grenzenlosen Nachweis eines jeden und alles miteinander verbindenden Netzwerkes bauen.

Nun,— ich arbeitete sechs Jahre. Jeden Tag und jede Nacht…

Mit 28 erzählte ich dann der NASA etwas von „niemand“ und veröffentlichte bei der ESA.

Die Messapparatur wurde von mir durch den Wert menschlicher DNA und den der Bio-Masse, die letztes Jahr in den vereisten, unterirdischen Wasserläufen des Mars gefunden wurde, ergänzt.

Auf mehreren tausend Servern weltweit gespeichert und noch nicht ansatzweise ergründet, zeigt die Messapparatur nun das gesamte Ausmaß des „VibroWeb“:

Es ist nicht nur überall in uns und auf unserer Erde, sondern es durchzieht scheinbar unseren gesamten Kosmos. Es vibriert dabei stets harmonisch und in konstanten, rhythmischen Intervallen. Wie Sie ja wissen, rätselt nun seit der Veröffentlichung die ganze Menschheit am Frühstückstisch und in den Pausen über die Funktion, das Alter und die Erschaffer dieses Netzwerkes. All dies sind natürlich spannende Fragen, die es zu klären gilt, welche sich aber wohl aufgrund unserer Begrenztheit wahrscheinlich niemals in Gänze beantworten lassen,— was sich allerdings jetzt schon zeigt:

Dasselbe, was ein Kunstwerk lebendig, das, was Musik zeitlos, das, was Wissenschaft beweisbar und das, was Liebe wie Schmerz die Zeit relativieren lässt, waren niemals verschiedene,—

es waren, sind und bleiben

• beobachtbare,

• verknüpfte,

• baugleiche,

kosmische Wechselwirkungen!

22….21…20

Mein Name ist…sry, einen Moment…

“Beyond last horizon call control…hey control are you sleeping down there? Would be good if some mastermind unlocks the lower left nozzle in the central warehouse before firing so we don’t get vaporized…Come on Jerry, isn‘t it good enough that I built it…“

16…15…14

Sry,…mein Name ist Alexa von Humboldt und bis auf ’nen echt bekannten Ur-Ur-Ur-Ur-Onkel von mir bin ich ein ganz normaler Mensch wie ihr auch, die ihr mir hier gerade aus meiner Kapsel am Weltraumbahnhof im Guiana Space Centre zuhört.

Bevor ich euch alle und wie sich das gehört, demnächst und dann auch hoffentlich aus der Umlaufbahn des Saturn grüße, wo vor zwei Wochen diese komplett unregelmässigen Signale im „VibroWeb“ aufgetaucht sind, bleibt mir wohl nur noch eine Frage zu beantworten…

Es ist die, welche mir in den letzten Wochen von fast allen wohl am häufigsten gestellt wurde und deshalb:

Ja! Aber natürlich habe ich Angst! Natürlich habe ich Angst vor all dem Unbekannten, was dort draußen auf meine Crew und mich warten könnte, aber wisst ihr:

7…6…5

Verpasst niemals all die Wunder zu sehen,

denn unsere Gabe ist, sie zu verstehen…

2…1

..

— ::: I G N I T I O N ::: —

¯° [ • ] °¯

FLOWNECTOR: Christian Dierselhuis

All rights by_:

mankind